180Grad – Dreh’ Dich um und finde den Weg zu Deiner inneren Kraft

Christiane Salamon und ihr Team lieben Menschen – und die Herausforderung sich mit einer Beratungspraxis für Einzelpersonen und Paare in Remscheid niederzulassen. Neben ihrem Angebot an Paarberatung, Systemischer Familientherapie, Einzelcoaching, Sexualberatung und mehr, versucht das 4-köpfige Team aktiv auf die Remscheider zuzugehen und durch Aktionen und Veranstaltungen für mehr Offenheit im Umgang mit sich selbst zu werben. Dadurch haben sie schon so manchem Remscheider/Remscheiderin ein herzliches Lachen oder eine Umarmung entlocken können.

1. Die Idee hinter deiner Gründung?

Die Idee hinter der Gründung war mehr, als  „nur“ mich in meinem Beruf als Paartherapeutin selbstständig machen zu wollen. Ich wollte den Raum und die Möglichkeiten für mich, jedoch auch für einige meiner Herzensmenschen und Kollegen ermöglichen, die alle die Vision einer eigenen Praxis hatten, jedoch nicht die finanziellen Möglichkeiten, das auch umzusetzen. Das grosse WARUM hinter meiner und unserer Arbeit ist es, unseren Teil zu einer bewussteren Gesellschaft beizutragen. Andere Menschen arbeiten ehrenamtlich, sind im Umweltschutz tätig oder leisten anders  ihren Beitrag dazu. Wir beleuchten mit Menschen die Dinge, die sie hindern ihr volles Potential zu entfalten – jeder von uns in seinem Fachbereich. Mit dieser tollen Arbeit auch noch den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen – was gibt es Besseres?

2. Das Besondere an eurem Business?

Wir haben lange Zeit damit verbracht, die Mitbewerber am Markt zu analysieren und haben festgestellt, dass viele von ihnen nur ein bestimmtes Klientel ansprechen und oft sehr konservativ oder esoterisch auftreten. Wir haben alles dafür  getan, offensiv zu wirken – einladend, modern und innovativ. Damit wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass Beratung, Coaching und Therapie nichts ist, wofür man sich schämen sollte, sondern im Gegenteil etwas ist, worauf man stolz sein darf. Stolz darauf, Zeit, Geld und Kraft in sich selbst zu investieren. Außerdem sind wir als Privatpraxis nicht an die starren Regeln von kassenärztlichen Psychotherapeuten gebunden. Wir können mit ungewöhnlichen Methoden nahbar und doch professionell direkt dahin wo wir hinwollen – nah an den Menschen und seine Herausforderungen.

3. Was bedeutet es dir, deine eigene Chefin zu sein?

Das ist erstmal ziemlich toll und bringt gleichzeitig eine hohe Verantwortung mit sich. Klar genieße ich es sehr, mir meine Zeit frei einteilen zu können. Die Bereitschaft, täglich Entscheidungen zu treffen und oft den Sprung ins kalte Wasser zu wagen, fordert allerdings auch einiges ab. Besonders dann, wenn es um Mitarbeitergespräche geht, bin ich gefordert Privates und Berufliches zu trennen – Eine große Herausforderung, weil ich mit jedem Kollegen auch eng befreundet bin. Die Entscheidung „CHEFIN“ zu sein bereue ich jedoch in keinem Fall und sie ist auch sehr bewusst von mir getroffen worden. Ich habe eine Vision mit dieser Praxis und eine ganz bestimmte Haltung zu den Klienten, welche  ich unter allen Umständen schützen möchte. Deswegen ist es mir extrem wichtig, am Schluss das letzte Wort haben zu können.

4 .Wann und wie bist du auf die Idee zu deiner Gründung gekommen?

Nach meiner privaten Ausbildung 2015 in Berlin war klar, dass ich in meinem „Wasser“ angekommen bin und diesen Beruf zu meiner Berufung machen werde. In staatlichen Einrichtungen werden ausschließlich studierte Psychologen oder Sozialarbeiter für diesen Bereich eingesetzt. Also habe ich die Not zur Tugend gemacht und die Praxis gegründet. Der Standort Remscheid ist auch ganz bewusst gewählt, obwohl ich ein hohes Risiko damit eingegangen bin. Der Vorteil ist, dass es wenig Mitbewerber gibt.  Der Nachteil, dass die Remscheider dafür bekannt sind, eher vorsichtig mit Offenheit in Bezug auf sich selbst umzugehen. Das heißt, es wird eine Menge Überzeugungsarbeit kosten. Doch es gibt eine Aufbruchsstimmung hier in Remscheid und die möchte ich gerne nutzen und vor allen Dingen unterstützen. Remscheid als Standort hat eine Chance verdient.

5. Woher stammt das Kapital für dein Unternehmen?

Ich bin Tochter eines Mittelständlers und wurde aus firmenpolitischen Gründen aus der Firma gekauft.  Das war erste Mal, dass ich eine größere Summe Geld zur Verfügung hatte. Dieses Geld wieder einzusetzen für mein Unternehmen war und ist ein großes Risiko. Ich habe keinen Plan B, sondern alles auf eine Karte gesetzt, weil ich volles Vertrauen habe, dass es funktioniert.

6. Was waren bei der Gründung die größten Hürden?

Ich hatte zum Glück keine großen Hürden zu bewältigen, da ich die Geldmittel zur Verfügung hatte und mein Unternehmen ja im Vergleich zu anderen sehr klein ist. Die Herausforderungen waren eher interner Art: genauer Standort, Marketing, Konzepte, aber damit schlägt sich denke ich jeder herum, der sich selbstständig macht.

7. Was würdest du rückblickend in der Gründungsphase anders machen?

Ich würde definitiv noch intensiver mit meinem Team in Austausch gehen und schon ganz früh ehrlich benennen, was ich mir wünsche und auch ihren Wünschen und Zielen mehr Aufmerksamkeit widmen. Ansonsten bin ich über jeden Fehler froh, aus dem ich lernen konnte.

8. Bekanntheit ist für jeden Gründer wichtig. Welches Marketinginstrument ist für euch besonders wichtig?

Wir sind was das Marketing angeht noch nicht da, wo wir gerne sein möchten. Für unsere Dienstleistung ist ein guter Internetauftritt natürlich erstmal das A und O. Viele unserer Klienten kommen über die Suchmaschinen und benennen, dass sie unsere Seite angesprochen hat, weil sie sich von den anderen unterscheidet. Dann haben wir sehr viel Wert auf Öffentlichkeit gelegt . Wir sind auf Messen in Remscheid und Wuppertal vertreten gewesen, haben Artikel in der regionalen Presse bekommen; ich bin zudem auf unseren lokalen Radiosender RSG zugegangen und habe eine eigene Sendung vorgeschlagen, die wir seit 6 Monaten mit großem Erfolg durchführen. Wir bieten Events in Kooperation mit Radio und der ansässigen Gastronomie an – und vieles mehr. Im Gespräch zu bleiben, dass ist unser Ziel. Natürlich verwenden wir auch klassische Werbung wie Flyer, doch unser Augenmerk geht immer mehr auf die sozialen Netzwerke und digitale Medien. Es ist in Planung einen Internetkurs zu erstellen oder Youtube Videos zu veröffentlichen. 

9. Welche Person hat dich bei der Gründung besonders unterstützt?

Das waren so viele. Einige davon möchte ich gerne namentlich hier erwähnen. Das wären zunächst einmal mein Vater zu nennen, ohne dessen Fleiß ich die nötigen Geldmittel nicht zur Verfügung gestellt bekommen hätte. Dann mein Partner und meine Freunde, die mich nie gebremst haben oder zu viele Zweifel geäußert haben – dieser Rückenwind war unerlässlich. Dann möchte ich gerne Oliver und Bianca Haarmann nennen, die mich mit ihrer Firma OH! in oft selbstloser Weise in der Anfangszeit unterstützt haben im Bereich Marketing. Dann ist mein Lehrer und Mentor Markus Klepper, ein toller Psychotherapeut aus Freiburg und Buchautor des Buches „Lieben lernen“ zu nennen, der mir erstens zu dem Selbstvertrauen geholfen hat, dass mich zu diesem Schritt befähigt hat und mir mit seinen professionellen Feedbacks und auch als Freund immer zu Seite steht. Und natürlich mein Team: Phyllis Scholz, Oliver Haas und Henning Hantelmann – die jeder für sich und auf seine Weise ein nicht wegzudenkender Rückhalt für mich und die Praxis sind. Und last but not least auch meine Kinder, die diese verrückte Mutter ganz schön oft entbehren, damit sie für andere Menschen da sein kann. Es gibt bestimmt noch sehr viel mehr Menschen, die ich aber hier nicht alle nennen kann.

10. Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Das Herz fragen und den Kopf dazu nehmen – und dann GO! Ich glaube, dass die erste Frage, die Frage nach dem WARUM möchte ich das oder jenes tun die allerwichtigste ist. Wenn die Antwort darauf lautet: „Damit ich viel Geld verdiene!“ oder „ Weil meine Eltern es auch schon so gemacht haben!“  oder „Weil es eben gerade IN ist“ oder ähnlich, würde ich die Finger davon lassen. Ich denke so ein Risiko einzugehen und sich persönlich damit zu identifizieren, benötigt ein WARUM was über den Tellerrand schaut. Was bezwecke ich damit? Was ist der Sinn dahinter? Was hat das mit mir und meiner Rolle zu tun? Wem nutzt es außer mir? Das sind Fragen, die in meinen Augen an erster Stelle stehen sollten.

11. Gründen Frauen anders als Männer?

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich kann nur von mir sprechen. Ich bin sehr impulsiv und sehr mutig, bestimmt auch ein ganzes Stück naiv in vielen Dingen. Das ist einerseits eine große Stärke und befähigt mich auch dazu Unternehmerin zu sein, andererseits würde viele meiner Kollegen bestimmt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, dass ich so wenig plane und soviel tue. Vielleicht geht es anderen Frauen da ähnlich.

12. Gab es Stolpersteine bei der Gründung die speziell darauf zurückzuführen waren das es eine Frauengründung ist?

In meinem Dienstleistungszweig gibt es einen Frauenüberschuss. Deswegen hatte ich bei der Gründung keine frauenspezifischen Stolpersteine zu überwinden. In anderen Bereichen, wie zum Beispiel dem Umgang mit anderen Unternehmern kenne ich diese Stolpersteine jedoch ganz gut. Sich als Frau selbstbewusst zu zeigen und sich nicht von Erfolg, Auftreten oder Wohlstand einiger Unternehmer beeindrucken zu lassen – das erfordert auch von mir manchmal allen Mut. Ich bin zu allererst Mensch, dann Frau, dann Mutter, Freundin und dann Unternehmerin. Und ich mute anderen Unternehmern zu, dass ich mich genau als das zeige. Mir meiner Selbst bewusst zu sein, meine Stärken zu zeigen und auch zu zeigen, wovon ich überhaupt keine Ahnung habe. Es hat aber auch manche Vorzüge Frau zu sein und macht manches auch leichter im Umgang mit Männern.

13. Welche „frauentypischen“ Besonderheiten gibt es bei einer Gründung durch Frauen?

Ich glaube wir Frauen denke einfach anders als viele Männer. Das ist nicht besser und auch nicht schlechter. Ich kann mir vorstellen, dass wir den Focus einfach auf andere Bereiche legen und mehr aus dem Gefühl heraus agieren als mancher Mann.

14. Reden wir über Remscheid. Wenn es um Start-ups und erfolgreiche GründerInnen in Deutschland geht, denken sofort alle an Berlin. Was spricht für Remscheid  als Start-up bzw. Gründer-Standort?

Ich hatte es gerade schon angedeutet – Remscheid war (und ist noch) ein Risiko. In Berlin oder auch in unserer Nähe in Wuppertal oder Düsseldorf sind die Menschen schon wesentlich offener für die von uns angebotenen Dienstleistungen. Je mehr Großstadt, desto weniger Vorbehalte in Bezug auf Therapie im weitesten Sinne. Es gibt aber auch Nachteile: hohe Mieten und sehr viele Mitbewerber, von denen es sich erst einmal abzugrenzen gilt. Ich bin gebürtige Remscheiderin und fühle mich verbunden mit diesem Ort. Außerdem gibt es mittlerweile mehrere tolle Initiativen, um die etwa 130.000 Menschen dieser etwas verschlafenen Stadt mit ihrer Heimat emotional zu verbinden. Und das ist eine große Chance auch für uns als Unternehmer.

15. Du triffst den Oberbürgermeister eurer Stadt – was würdest du dir für deine Stadt oder Region als Gründungsstandort von ihm wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass der große Leerstand an Geschäftsräumen in unserer Stadt für StartUps gefördert und zur Verfügung gestellt werden, um die Raumkosten für die Unternehmer für die ersten schwierigen Jahre stark zu reduzieren und auf der anderen Seite die Stadt wieder lebendiger zu gestalten. WIN WIN für beide Seiten.

16. Was würdest Du beruflich machen, wenn du nicht gegründet hättest?

Da ich meinen Beruf nur selbstständig ausüben kann, würde ich wahrscheinlich als Bürokraft angestellt sein und in meinem ersten Ausbildungsberuf als Industriekauffrau arbeiten. Was für eine Verschwendung.

17. Bei welchem Gründer oder bei welchem Startup würdest du gerne mal einen Tag über die Schulter schauen können?

Ich würde gerne meine Kollegin Ann-Marlene Henning in Hamburg für einen Tag über die Schulter schauen und ihr Fragen stellen, wie sie ihren Erfolg generiert und was der nächste Schritt für mich sein könnte.

18. Wie verbringst Du einen freien Tag?

Mit meinem Lebensgefährten oder meinen Kindern – in der Sonne sitzen, viel lachen und versuchen mal nicht die nächsten Schritte zu planen.

19. Was sind eure nächsten Ziele?

Das nächste Ziel ist in den digitalen Medien Fuß zu fassen. Ein mittelfristiges Ziel ist, Ausbildungen und Fortbildungen als und zum Paarberater anzubieten und mein langfristiges Ziel ist, die ausgebildeten Therapeuten in neuen 180Grad Filialen einzusetzen. In Remscheid erhoffe ich mir in 5 Jahren ein ganzes Seminarhaus mit ein paar Kollegen zu mieten, in denen wir im Co-Working Space miteinander arbeiten und einen Gruppenraum zur Verfügung haben, in denen wir Workshops und Seminare halten können.

20. Wie soll die Überschrift von einer Berichterstattung über euch in 5 Jahren lauten

Von der Idee zur Marke – 180Grad expandiert zur Nummer 1 im Bergischen Land!

Wie kann man am besten mit euch Kontakt aufnehmen:

180 Grad
Hindenburgstrasse 17
42853 Remscheid

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Telefon: 02191-5658480
Mobil:   0163-3621613

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18 April 2018